Insolvenzgeld-Rechner
Schätze die Höhe des Insolvenzgeldes, das ausstehenden Nettolohn der letzten drei Monate vor der Insolvenz absichert.
Insolvenzgeld ersetzt das Netto-Arbeitsentgelt der letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses vor dem Insolvenzereignis, das der Arbeitgeber nicht mehr gezahlt hat (§§ 165 ff. SGB III). Es ist auf die monatliche Beitragsbemessungsgrenze begrenzt. Der Rechner schätzt die Summe aus dem monatlichen Nettolohn.
So benutzt du den Insolvenzgeld-Rechner
- Trage dein monatliches Nettoentgelt ein.
- Gib an, für wie viele der letzten drei Monate der Lohn ausstand.
- Die geschätzte Insolvenzgeld-Summe erscheint sofort.
Wie die Berechnung funktioniert
Insolvenzgeld sichert das ausstehende Netto-Arbeitsentgelt der letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis ab. Der Rechner multipliziert das monatliche Netto mit der Zahl der ausstehenden Monate. Der Betrag ist auf die monatliche Beitragsbemessungsgrenze begrenzt; sehr hohe Gehälter werden gedeckelt.
Insolvenzgeld ≈ Nettoentgelt · ausstehende Monate (max. 3, bis BBG)
Rechenbeispiel
2.200 € Netto, drei ausstehende Monate: rund 6.600 € Insolvenzgeld, sofern das Entgelt unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt.
Annahmen und Grenzen
- Maßgeblich ist das Netto der letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis, gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze.
- Der Antrag ist innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis bei der Agentur für Arbeit zu stellen.
- Der Rechner liefert eine grobe Schätzung ohne individuelle Abzüge und Sonderfälle.
Wofür du den Insolvenzgeld-Rechner brauchst
Das Gehalt für den letzten Monat ist nicht ausgezahlt, die Nachricht vom Insolvenzantrag steht im Netz. Wer die nächsten Wochen planen will, braucht schnell eine Zahl: Das Tool addiert dein monatliches Netto über die ausstehenden Monate und zeigt, mit welchem Betrag zu rechnen ist. Auch wenn die Situation unübersichtlich ist, hilft eine grobe Summe bei der Planung der Fixkosten.
Der zweite Anwendungsfall ist die Vorbereitung des Antrags: Bevor du dich beim zuständigen Arbeitsamt meldest, willst du wissen, ob eine Ersatzleistung infrage kommt und wie hoch sie ungefähr ausfällt. Ein Antrag ohne Orientierungswert führt sonst häufig zu Rückfragen.
Dazu kommt die Planung des Haushalts: Der Betrag steht als Pauschale zur Verfügung, das Konto wird aber nicht automatisch aufgefüllt. Wer ihn mit den Fixkosten der nächsten Wochen abgleicht, weiß schnell, ob es reicht.
Mögliche Fehler und schnelle Lösungen
- Der Betrag wirkt zu hoch: Eingetragen wird das Netto, nicht das Bruttogehalt. Ein Monatsgehalt von 4.000 € erzeugt eine deutlich überhöhte Schätzung.
- Kein Ergebnis: Ohne Nettoentgelt oder mit null ausstehenden Monaten bleibt die Anzeige leer. Beide Felder brauchen einen Wert größer als null.
- Tausendertrenner im Netto: 2.400 wird als 2,4 gelesen, weil Punkte nicht entfernt werden. Trage 2400 ein.
- Mehr als drei Monate eingetragen: Das Tool rechnet jede Zahl einfach durch. Gesetzlich werden nur drei Monate ersetzt – mehr ergibt keinen höheren Anspruch.
- Sehr hohes Netto: Bei Werten oberhalb der Grenze weist das Tool auf die Deckelung hin. Der Hinweis ist ein Signal, keine Berechnung; die tatsächliche Obergrenze hängt von der Beitragsbemessungsgrenze ab.
Wer profitiert – und wann ein anderes Tool besser passt
Ziel sind Beschäftigte, deren Unternehmen insolvent geworden ist und die offene Nettolöhne der letzten Monate nicht sehen. Sie erhalten mit dem Tool eine belastbare Größenordnung für die eigene Planung, bevor die Behörde antwortet.
Ebenso betroffen sind Betriebsräte, die den Kolleginnen und Kollegen eine erste Zahl nennen wollen, sowie Beraterinnen aus Steuer- und Rechtskanzleien, die Vorgänge grob einordnen. Auch Werkstudenten und Minijobber mit offenen Lohnforderungen können so einschätzen, worauf sie ungefähr zählen dürfen.
Wenn dagegen eine Abfindung nach einer Kündigung im Raum steht, öffnest du den Abfindung-Rechner. Für Urlaubstage, die beim Austritt offen geblieben sind, zeigt der Urlaub-Auszahlen-Rechner den Wert der Resttage.
Formeln & Werte geprüft: Oktober 2026. Steuer-, Zins- und andere zeitabhängige Sätze sind im Rechner editierbar – für verbindliche Berechnungen bitte den aktuell gültigen Wert eintragen.
Passende Tools
Kündigungsfrist-Rechner (Arbeitgeber, Deutschland)
Gesetzliche Kündigungsfrist des Arbeitgebers nach Betriebszugehörigkeit (§ 622 BGB).
Zum Tool Arbeit & SozialesUrlaub-Auszahlen-Rechner
Auszahlung nicht genommener Urlaubstage bei Beendigung berechnen.
Zum Tool Arbeit & SozialesAbfindung-Rechner
Regelabfindung aus Monatsgehalt und Beschäftigungsjahren schätzen.
Zum ToolHäufige Fragen
Wie hoch ist das Insolvenzgeld?
Es entspricht dem ausstehenden Netto-Arbeitsentgelt der letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis, begrenzt auf die monatliche Beitragsbemessungsgrenze.
Wer hat Anspruch auf Insolvenzgeld?
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber insolvent wird und den Lohn der letzten drei Monate nicht mehr zahlt (§§ 165 ff. SGB III).
Wie lange rückwirkend wird gezahlt?
Für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses vor dem Insolvenzereignis. Frühere Rückstände sind nicht über das Insolvenzgeld abgesichert.
Bis wann muss ich den Antrag stellen?
Innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis bei der Agentur für Arbeit. Wird die Frist versäumt, kann der Anspruch verloren gehen.
Ist Insolvenzgeld steuerpflichtig?
Insolvenzgeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt und kann so den Steuersatz auf übriges Einkommen erhöhen.
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